Moderner Skiunterricht

Skiunterricht hat sich in seiner Geschichte stets verändert. Die gewaltigste Wandlung erlebt der Schneesportunterricht allerdings in den letzten Jahren.
Dieses Kapitel greift die neusten Entwicklungen auf und stellt sie mit Unterrichtsmaterialien vor.

Schwerpunkt ist hier der Anfängerunterricht aber auch der „Umsteigerunterricht“ zum Carven hin, ist ein völlig neues Thema in der Skimethodik.

In diesem Bereich geht es nicht um die kleinen methodischen Kniffe und Tricks sondern um generelle Unterrichtskonzepte, wie zum Beispiel das Lernen im „Parcours“ statt in der „Skigruppe“.
Vorab auf dieser Seite einige grundsätzliche Gedanken und Rückblicke.

Der Skilehrer stand im Mittelpunkt und damit manchem im Wege

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Bisher waren Skilehrer die großen Zauberer, die Könige, die (Ski-)Päpste. Keiner konnte sich ihrem Bann entziehen. Sie bestimmten in ihren Skikursen was „richtig“ war, wer es „richtig“ machte und letztendlich auch wer Spaß haben durfte oder wer sich wie ein “hässliches Entlein“ gefühlt hat.
Wer seine Skilehrerausbildung in den 80igern gemacht hat, weiß wovon ich rede. Dieses Grundprinzip wurde bereits in der Ausbildung den Skilehrern vorgelebt. Unter fadenscheinigen Argumenten hingen Prüfungen und Bewertungen wie ein Damoklesschwert über der Ausbildung und jeder war froh, wenn er es hinter sich hatte. Vielleicht liegt es auch daran, dass man Skilehrern zu ihren Fortbildungen mit Auflagen zwingen muss(te).
Natürlich haben wir damals an unsere Schüler weitergegeben, was wir mit soviel Schweiß gelernt hatten.

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Snowboard wird zum Skandal

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Anfangs belächelt wuchsen plötzlich im Hintergrund der Schneesportwelt die Snowboarder aus dem Boden. Mit eigenen Ideen und eigenem Material passten sie nicht in das klassische Bild der Skiunterrichtwelt. „Ausprobieren“ ging vor Normen, lange Haare und buntes Outfit vor adrettem Skilehreranzug. Hinzu kam, dass sich kein Skilehrer auf einem Snowboard halten konnte.
Wenn man etwas Neues nicht beherrscht, ist es das Einfachste das Neue einfach herunterzuspielen, als Kinderkram, Modeerscheinung oder Spielerei abzutun. Dieses gegenseitige Hochschaukeln führte dazu, dass es keine Snowboardschulen gab, die Snowboarder aber auch den normierten Skiunterricht ablehnten. Der Freund wurde zum „Lehrer“ und das gebrochene Handgelenk zur Rückmeldung über Erfolg und Misserfolg.
Dass man heute immer noch Snowboader hinter Kuppen sieht (beziehungsweise nicht sieht), müssen sich auch die Skifahrer anziehen. Die damalige Ablehnung bewahrte die Snowboarder nicht nur vor dem starren Skiunterricht der damaligen Zeit, sonder auch vor Sicherheitserziehung und FIS-Regeln.

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„Carving verkürzt Ski und Skilehrer auf ein erträgliches Maß“

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Da man ja Fehler selten zweimal macht, verkürzte sich die Geschichte der Carving-Bewegung deutlich.
Ebenso wie das Snowboarden erfolgte erst einmal die völlige Ablehnung mit den gleichen Sprüchen und den gleichen Gründen.
Innovative Skilehrer nutzen aber das „Totspielen“ der Skiverbände zum Thema „Carving“ dazu, um den Skiunterricht freier und lebendiger zu machen. So stand Effektivität und Spaß an der Bewegung im Vordergrund. Statt hochtrabender Namen hießen die neue Schwünge plötzlich „Bagger“, „Taucher“ und „Hecht“. Traditionalisten standen die Haaren zu Berge, doch ihr Zaudern schaffte nur weiteren Raum für die Weiterentwicklung eines lust- und erfolgsbetonten Skiunterrichts.
Mittlerweile ist wohl das erfolgsreichste Unterrichtskonzept die Bewegungsgeschichte „Die Post geht ab“. Schade nur, dass im aktuellen deutschen Skilehrplan den Bewegungsgeschichten eine klare Absage erteilt wird… schade nur, weil kaum etwas schneller und spaßvoller ist.
Neues Einsteigermaterial (Snowblades/ Supershorties) machen den Schüler innerhalb von Stunden frei vom starren Skikurs und vom Gängelband des Skilehrers.

Auf den nächsten Seiten findet ihr einige moderne Unterrichtskonzepte.
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