Schulerlass NRW

Da in der Bundesrepublik „Bildungssache Ländersache ist“, ist die Erlasse im Schneesport für jedes Bundesland unterschiedlich.
Da es nicht immer so einfach ist, die aktuelle Erlasslage mit ihren ständigen Änderungen in allen Bundesländern zu überblicken, kann keine Gewähr auf Vollständigkeit gegeben werden.
Ganz im Gegenteil wäre es sinnvoll und wünschenswert mir Änderungen und Ergänzungen zuzusenden, damit diese ergänzt werden können.

Der Sicherheitserlass NRW

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EINLEITEND
Der *Sicherheitserlass* stellt für Schulen nur eine Mindestanforderung an Lehrer dar. Zwei Dinge müssen wir uns immer vor Augen halten:
Wenn ein Lehrer/in seinen Skikurs in „historischer“ oder „unqualifizierter“ und damit gegenüber dem Schüler und seinen Erfolgserlebnissen unverantwortlicher Art durchführt, kann er sich trotzdem noch im Rahmen des Sicherheitserlasses bewegen.
Somit ist es jeder Schule zu empfehlen, sich selbst Anforderungen an die betreuenden Lehrer zu stellen, die über den Sicherheitserlass hinaus auch die Qualität von lebendigem, modernem, motivierendem und lernintensivem Unterricht fordert. Dies ist die Schule ihren Schülern schuldig.
Für die Minimalanforderung des Sicherheitserlasses und seine Nachweise ist jeder Lehrer sich selbst verantwortlich.

Auf der Webseite „Wie soll ein Schu8lskilehrer Qualifiziert sein?“ befinden sich Vorschläge zur
Erstellung eines *schuleigenen Anforderungsprofils* für sein Skibetreuer. Dieses Profil ist abhängig von z.B. dem organisatorischen Rahmen (Skigebiet, Kurs-, AG- oder Klassenfahrt) oder dem methodischen Grundkonzept (Snowblades, Lernparcours,...)
Frank Trendelkamp


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AUSRÜSTUNG UND KLEIDUNG

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Beim Skilaufen und Snowboarden sollte warme, aber luftdurchlässige Kleidung getragen werden, um ein Überhitzen bzw. Auskühlen des Körpers zu verhindern. Das Tragen von Handschuhen ist Pflicht. Snowboarder sollten darüber hinaus Handgelenksprotektoren tragen. Das Tragen von Helmen wird empfohlen. Bei Skirennen und Wettkämpfen ist das Tragen von Helmen verpflichtend. Die Lehrkraft sollte bei entsprechenden klimatischen Bedingungen auf das Tragen von geeigneten, unbeschädigten Sonnenbrillen achten, um Augenschädigungen zu vermeiden. Das Benutzen von Sonnenschutzmitteln mit entsprechendem Lichtschutzfaktor ist u. U. erforderlich.
Für eine sicherheitsgerechte Einstellung der Bindung alpiner Skier (länger als 98 cm) sind die DIN ISO 11088 und 11087 zu befolgen. Die Bindungseinstellung muss daher von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Darüber hinaus sind die Hinweise der Hersteller zu befolgen. Dies gilt insbesondere für die Einstellung von Bindungen bei Snowboards und Skiern, die kürzer als 98 cm sind (Carvelinos, Snowblades, Big Foots etc.).
Jede Lehrkraft, die Unterricht im alpinen Skilaufen erteilt, muss in der Lage sein, falsch eingestellte Sicherheitsbindungen der Schülerinnen und Schüler im Gelände zu korrigieren, um eine Gefährdung abzuwenden. Sollte dies von der Lehrkraft nicht vorgenommen werden können, ist im Einzelfall abzuwägen, ob ein begleiteter Ab
stieg mit abgeschnallten Ski zumutbar und die sicherere Alternative zu einer Abfahrt mit falsch eingestellter Bindung ist.


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ERSTE-HILFE-AUSRÜSTUNG

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Die mitgeführte Erste-Hilfe-Ausrüstung der Lehrkraft sollte folgendes Material enthalten:
• Notfalldecke (Metallfolie mit Silber-/Goldbeschichtung, um eine Unterkühlung bzw. Überhitzung des Körpers zu verhindern)
• Dreiecktuch, Fixierbinde, sterile Verbandpäckchen, sterile Kompressen
• Pflaster in unterschiedlichen Größen
• Schere oder scharfes Messer
• Sonnenschutz, Lippencreme. Organisatorische Maßnahmen
• Die Schülerinnen und Schüler sollten langfristig, u. U. auch außerhalb des Sportunterrichts, auf die ungewohnte körperliche Belastung vorbereitet werden. Es bietet sich eine gezielte Skigymnastik an, die den Ausdauerbereich nicht vernachlässigen darf.
• Die Schülerinnen und Schüler sollten über die notwendigen Kenntnisse in Bezug auf Pistenverhalten, Wetterbedingungen, Schneebeschaffenheit etc. verfügen.
• Der Akklimatisation, d. h. der Anpassung des Körpers an große Höhenunterschiede, sollte durch geringe Fahrintensität am ersten Tag Rechnung getragen werden.
• Vor dem Skilaufen sollte ein regelmäßiges Aufwärmen zur Vorbereitung auf die körperliche Belastung erfolgen.
• Das Stecken eines Rennkurses ist nur von fachkundigen Lehrkräften durchzuführen. Die Piste ist dabei vorher auf ihre Renntauglichkeit zu überprüfen.

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FACHLICHE VORAUSSETZUNGEN DER LEHRKRAFT
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Eine Lehrkraft, die Skilaufen, Snowboarden bzw. Skilanglauf im Rahmen des Schulsports anbietet, muss über folgende fachliche Voraussetzungen verfügen:
• Kenntnisse theoretischer Grundlagen
• Demonstrationsfähigkeit elementarer Fahrtechniken
• Kenntnisse methodischer Vorgehensweisen
• Wissen um spezifische Vermittlungsformen für ängstliche oder motorisch schwächere Schülerinnen und Schüler
• Vertraut sein mit Maßnahmen der Unfallverhütung
• Material- und Sicherheitskunde sowie Materialwartung.

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ZUSÄTZLICHE FACHLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE LEITUNG VON SCHULSKIFAHRTEN

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• Spezifische Kenntnisse zur Vorbereitung und Durchführung von Schulskifahrten
• Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten, einschließlich Schnee- und Lawinenkunde
• Qualifizierte Zuordnung von Schülerinnen und Schülern in unterschiedliche Lern- und Leistungsgruppen
• Kenntnisse in den Bereichen Umwelterziehung und Gesundheitsförderung.

aus: Sicherheitsförderung im Schulsport, Rechtsgrundlage Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW, 1. Auflage 2002

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